Die Mauruskapelle

St. Mauruskapelle

1868 weilte der Architekt und Bildhauer Peter Lenz in Beuron. Er hatte von der Fürstin Katharina von Hohenzollern den Auftrag zum Bau und zur Ausstattung der Kapelle zu Ehren des heiligen Abtes Maurus erhalten. Peter Lenz hatte sich seine eigene Kunsttheorie geschaffen. Er glaubte, mit Hilfe der "ästhetischen Geometrie", den "heiligen Maßen", einem eigenen "Kanon" und den Zahlenproportionen der Ägypter eine "Heilige Kunst" konstruieren zu können. Seine Gedanken sind in dem 1898 erschienenen Bändchen "Zur Ästhetik der Beuroner Schule" niedergeschrieben.

Während die Bauform der Mauruskapelle den zweckfremden Stiltempelchen des 19. Jahrhunderts verpflichtet blieb, bieten die Fresken, vor allem das Muttergottesbild über dem Eingang und das Kreuzbild an der Altarrückwand, echte christliche Bildkunst. Sie steht den zeitgenössischen, gefühlsseligen religiösen Stimmungsbildern wohltuend entgegen und wirkte erneuernd in die Zukunft. Aus dieser Anfangszeit stammen auch die Fresken zweier anbetender Engel im Kreuzgang des Klosters.

Zur Ausstattung der Mauruskapelle hatte Lenz seinen Malerfreund aus der Akademiezeit, Jakob Wüger, und dessen Schüler Fridolin Steiner hinzugezogen. Alle drei traten ins Kloster ein und bildeten eine Arbeitsgemeinschaft. Als größere Aufträge an diese Gruppe herantraten, besonders in Monte Cassino und Prag, wurden alle künstlerischen Talente aus der Klostergemeinde herangezogen und unter die Leitung des Paters Desiderius Lenz gestellt. Die künstlerischen Arbeiten verloren allerdings durch den Schulbetrieb und durch Fremdeinflüsse immer mehr an Qualität. Die Strenge wurde zur Volkstümlichkeit gemildert; das Maß erstarrte zum Schema. Man übernahm Formen und Motive aus frühchristlicher, byzantinischer und praeraffaelitischer Kunst und aus dem Jugendstil.

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Der Beuroner Kosmos stellt dar, wie sich unsere verschiedenen täglichen Aktivitäten um den Gottesdienst und Gott als Zentrum hin ordnen.

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